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Ein warmes Bett auch für kranke Obdachlose

Erkrankte obdachlose oder wohnungslose Menschen sollen künftig in Krankenstuben besser versorgt werden. Einen entsprechenden Antrag der rot-grünen Koalition hat die Stadtbürgerschaft im November beschlossen. Der Senat soll nun konzeptionell sicherstellen, dass auch diese Menschen die Möglichkeit erhalten, sich in einem warmen Bett auszukurieren.

Der Winter naht – und damit auch die Zeit von Erkältungen und Grippe. Husten, Schnupfen, Gliederschmerzen, Fieber – wir alle kennen das. Und wir alle wissen, wie es ist, wenn man von einem Moment auf den anderen körperlich abbaut und nur noch nach Hause ins warme Bett will, um sich auszukurieren.

Was aber ist mit jenen, die kein warmes Bett und nicht einmal ein Dach über dem Kopf haben? Für diese Menschen sollen nun Krankenstuben geschaffen werden. In bestehenden Einrichtungen soll es künftig spezielle Räume für obdachlose und wohnungslose Menschen geben, die vorübergehend erkrankt sind oder sich nach einem Krankenhausaufenthalt noch in der Genesungsphase befinden. Dort sollen sie sich – unter Betreuung von Sozialarbeitern – auskurieren können.

Solche Einrichtungen können eine sinnvolle Ergänzung zu bestehenden Versorgungsangeboten darstellen und nicht zuletzt können sie gravierendere Erkrankungen verhindern helfen. Denn auch vermeintlich leichte Krankheiten müssen auskuriert werden, sonst besteht die Gefahr langfristiger und schwerwiegenderer gesundheitlicher Beschwerden.

Wir wollen das Angebot nicht auf eine Einrichtung beschränken – und wir wollen diese Einrichtung dann auch nicht politisch vorgeben. Wir wollen mit den Beteiligten Gespräche führen, wo dies wie ermöglicht werden kann. Denn in Bremen bewegen wir uns nicht im luftleeren Raum, sondern es gibt Angebote wie die Humanitäre Sprechstunde und auch viele Ärztinnen und Ärzte, die ehrenamtlich Obdachlose behandeln. Und nicht zuletzt halten wir das Angebot in bestehenden Einrichtungen für sinnvoll, weil die Betroffenen sich hier zumindest ein Stück weit heimisch fühlen und Räume und Mitarbeiter kennen. Dadurch kann die Akzeptanz von Anfang an deutlich gesteigert werden.