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Entwicklung der Patientenberatung weiter kritisch beobachten

Mit Sorge sehe ich, dass die Anzahl der unabhängigen Patientenberatungen seit einem Wechsel des Trägers massiv zurückgegangen ist. Die Zahl geht aus einem Bericht hervor, der am 29. August in der Gesundheitsdeputation vorgestellt worden ist. Nach dem Wechsel zur Sanvartis GmbH gab es im Jahr 2016 demnach 1.517 Beratungen – gegenüber 5.843 Beratungen im Jahr 2014, als die Patientenberatung noch in einer gemeinwohlorientierten Struktur organisiert war.

Das entspricht einem Rückgang um fast drei Viertel – das ist aus meiner Sicht eine erschreckend große Zahl, der wir unbedingt weiter nachgehen müssen. Die SPD-Fraktion hat den Trägerwechsel abgelehnt und gemeinsam mit dem grünen Koalitionspartner einen entsprechenden Antrag in der Bürgerschaft beschlossen. Die nun vorgelegten Zahlen beseitigen unsere damaligen Zweifel nicht – im Gegenteil.

Überraschend ist die Zahl zudem aus zwei Gründen: Zum einen haben uns in Bremen keine direkten Beschwerden über den neuen Service von Patientinnen und Patienten erreicht, und zum anderen geht die bundesweite Entwicklung in die andere Richtung – die Zahl der Beratungen nimmt zu, auch wenn hier immer mehr am Telefon und immer weniger im direkten Gespräch beraten wird.

Der nun vorgelegte Bericht kann daher nur ein Zwischenschritt sein. Eine wirklich unabhängige und funktionierende Patientenberatung ist wichtig für Patientinnen und Patienten. Wir erwarten daher, dass die Gründe dafür ermittelt werden, warum es im Vergleich zum Jahr 2014 so viel weniger Beratungen gab – und warum dies ein Bremer Phänomen zu sein scheint. Denn wenn ein Wechsel des Trägers dazu führt, dass deutlich weniger Menschen in Bremen Beratung suchen, ist das eine Entwicklung, die wir so nicht akzeptieren können und der wir entgegenwirken müssen.