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Ausbaumöglichkeiten in der Kita Berckstraße klären

Für uns steht fest: Der Kita-Ausbau muss mit den vereinten Kräften aller beteiligten Ressorts und mit allerhöchster Priorität weiter vorangetrieben werden. In Anbetracht des weiterhin nötigen Ausbaus der Kinderbetreuung in Bremen muss der Senat ein Interesse daran haben, in den einzelnen Stadtteilen auch die Nutzbarkeit und Ausbaumöglichkeiten bestehender Immobilien zu prüfen. Konkret ging es am 13. Juni in der Stadtbürgerschaft um das Gebäude des ehemaligen Ortsamtes Horn-Lehe in der Berckstraße.

Seit 2003 vertritt das bremische Liegenschaftsmanagement die Auffassung, dass das Gebäude auf Sicht abgängig und die weitere Bewirtschaftung unwirtschaftlich sei. In den letzten Jahren hat man jedoch von einem Verkauf Abstand genommen, um der Unterversorgung mit Kitaplätzen in Horn-Lehe zu begegnen.

Theoretisch würde das alte Ortsamt eine Erweiterungsmöglichkeit für die zurzeit bestehende Kita bieten, wodurch weitere, im Stadtteil dringend benötigte Gruppen geschaffen werden könnten. Deshalb haben wir den Senat aufgefordert, zu prüfen, welche Investitions- und Bauunterhaltungskosten durch eine Erweiterung der bisher im ehemaligen Ortsamt an der Berckstraße untergebrachten Kita entstehen würden.

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Guter Hoffnung – Geburtshilfe in Bremen verbessern

Die Zahl der Geburten in Bremen ist zuletzt immer weiter angestiegen. Dies liege zum einen daran, dass einfach mehr Kinder geboren würden. Zum anderen aber auch daran, dass die Geburtshilfe im niedersächsischen Umland in den vergangenen zehn Jahren um 43 Prozent abgebaut worden sei. Dies geht aus der Antwort des Senats auf eine entsprechende Große Anfrage von SPD und Grünen hervor.
Es sei davon auszugehen, dass die Zahl der Geburten bis 2018 weiter ansteigen werde. Daraus ergibt sich logischerweise ein Bedarf an drei bis vier zusätzlichen Kreißsälen und an zusätzlichen Eltern-Kind-Zimmern.

Zunehmend mehr Frauen aus dem niedersächsischen Umland bringen derweil ihre Kinder in Bremen zur Welt. Vor diesem Hintergrund ist es besonders ärgerlich, dass sich das Land Niedersachsen nicht an den jetzt nötigen Investitionen in Bremen beteiligen will. Auch von den Krankenkassen gibt es keine Unterstützung: Die Krankenkassen zahlen zwar für jede Geburt – für den Aufbau der nötigen Infrastruktur ist von ihnen jedoch kein Geld zu erwarten.

Hochschwangere Frauen aufgrund mangelnder Kapazitäten im Bremer Geburtshilfebereich einfach in andere Bundesländer zu verlegen, ist keine Lösung. Eine solche Verlegung ist für die Frauen immer sehr belastend und daher nur in besonderen Risikokonstellationen überhaupt sinnvoll. Für mich ist daher klar: Eine deutliche, echte Entlastung wird in Bremen nur durch zusätzliche Kreißsäle zu schaffen sein.

Daher ist es zu begrüßen, dass die Gesundheit Nord (GeNo) derzeit prüft, ob am Klinikum Bremen-Mitte ein maximalversorgendes Geburtszentrum mit entsprechenden Kreiß- und Operationssälen sowie Betten geschaffen werden könnte.

Besonders durch das Engagement des Bremer Bündnisses zur Förderung der natürlichen Geburt war es bisher schon möglich, die Zusammenarbeit der im Bereich der Geburt tätigen Akteure zu verbessern.

Im Übrigen soll die Freiheit der werdenden Mütter, sich den Ort der Geburt auszusuchen, nicht angetastet werden. Und positive Geburtserfahrungen sind definitiv die beste Werbung für jedes Haus und jede Klinik.

Für eine gute Betreuung rund um die Geburt ist jedoch auch ausreichend qualifiziertes Personal erforderlich, um ein möglichst gutes Betreuungsverhältnis sicherstellen zu können. Derzeit existiert im Land Bremen allerdings nur eine Schule für Hebammen und Entbindungshelfer. Die 16 Plätze in Bremerhaven sind jedoch nicht ausschließlich mit Bremerinnen belegt. Es ist also nicht sicher, dass alle Auszubildenden anschließend auch in Bremen bleiben.

Abgesehen davon fordern die Bundesländer schon seit längerem eine Anpassung des Hebammenberufs. Allein die rapide steigende Haftpflichtprämie macht vielen Hebammen die Ausübung ihres Berufes unmöglich. Das darf nicht so bleiben.