Artikel

Bürgerschaft diskutiert Zufriedenheit von Patienten in Krankenhäusern

Das Bremer Abschneiden bei einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zur Patientenzufriedenheit war das Thema einer Aktuellen Stunde in der Bürgerschaft. Bremen nimmt die Ergebnisse der Studie ernst. Dort wird aber nichts über die Qualität der Behandlungen ausgesagt. Über diese Qualität gibt es in Bremen hingegen ein umfassendes Bild.

Wie zufrieden sind Patienten mit der Behandlung in einem Krankenhaus? Und würden sie die Klinik weiterempfehlen? Das waren die zentralen Fragen einer Studie der Bertelsmann-Stiftung, die in der vergangenen Woche veröffentlich wurde. Bremen schnitt in dieser Studie schlecht ab. 73,9 Prozent der befragten Patienten würden ihre Klinik hier weiterempfehlen – das war im Ländervergleich der schlechteste Wert.

In der Bürgerschaft befassten wir uns in einer Aktuellen Stunde mit den Ergebnissen dieser Studie. Die Studie beschreibet nur, nennt aber keine Gründe. Ausdrücklich ist dort vermerkt, dass es keine Erklärungsansätze für die auffälligen Regionen gebe. Die Studie bietet keine Handlungsempfehlungen. Sie fordert dazu auf, genauer hinzusehen. Und genau das tun wir in Bremen. Die Gesundheitssenatorin und die Kliniken haben angekündigt, sich mit den Ergebnissen der Studie auseinanderzusetzen. Wir nehmen die Meinung der Patienten ernst und gehen konstruktiv mit diesem Thema um.

Einen Zusammenhang mit der Patientenzufriedenheit hat die Studie auch nicht durch Unterschiede bei der Krankenhausplanung oder den Investitionen feststellen können. Wir stellen den Kliniken mehr als 38 Millionen Euro im Jahr für Investitionen zur Verfügung. Damit liegen wir im Vergleich mit den anderen Bundesländern auf dem dritten Platz.

Die Studie hat sich nur mit der Zufriedenheit der Patienten befasst. Ich warne davor, das mit der Qualität der Behandlungen gleichzusetzen. Die Bewertung von Qualität bei medizinischen Behandlungen ist ein hochkomplexes Thema. Und Bremen ist hier, etwa durch die Qualitätsberichte der Krankenhäuser und den Krankenhausspiegel, sehr gut aufgestellt. Wir sind, was die Kommunikation der Qualität in den Kliniken betrifft, so transparent wie kaum ein anderes Bundesland. Ich denke, dass wir ein sehr gutes Bild davon bekommen, was in den Bremer Kliniken los ist.

Artikel

Haushalt 2018/2019 steht – Schwerpunkte im Bereich Gesundheit und Verbraucherschutz

Am 6. Dezember 2017 verabschiedete die Bremische Bürgerschaft den Haushalt. Im Bereich Gesundheit und Verbraucherschutz investieren wir in die Weiterentwicklung der Psychiatrie, den Einstieg in die Schulgeldfreiheit für Logo-, Ergo- und Physiotherapie, in Präventionsfachkräfte an Grundschulen, die Humanitäre Sprechstunde, in Krankenhäuser und Frühintervention bei Drogenkonsumenten (FreD), in Verbraucherschutz im Quartier und vieles mehr. Ich freue mich, dass wir das Gesundheitsamt personell verstärken, den dem öffentlichen Gesundheitsdienst kommt eine hohe Bedeutung zu.

Artikel

Unterwegs mit dem Roten Bus

Die Abgeordneten der SPD-Bürgerschaftsfraktion sind in Bremen und Bremerhaven mit dem Roten Bus unterwegs. Kürzlich war ich mit meinem Kollegen Elombo Bolayela in Oslebshausen. Dort sprachen wir mit vielen Bürgerinnen und Bürgern – nicht nur über das schlechte Ergebnis der SPD bei der Bundestagswahl, sondern auch über viele Bremer Themen. Als Gesundheitspolitikerin fand ich besonders den Austausch mit Pflegekräften aus dem Krankenhaus Diako spannend, die auf dem Weg von der oder zur Arbeit waren.

Wir sind ansprechbar. Schauen Sie gern, wo der Rote Bus seine nächsten Stationen hat.

Artikel

Situation der Hebammen in Bremen verbessern

Sie begleiten Schwangere, leisten Geburtshilfe, kümmern sich um die Vor- und Nachsorge ebenso wie um die Wochenbettversorgung – und übernehmen damit wichtige Aufgaben im Gesundheitssystem, die Mütter und Kinder stärken. Eine Investition indiesem Bereich zahlt sich aus.

Die Versorgungssituation für werdende Mütter ist trotz steigender Geburtenraten vergleichsweise gut. Anlass der von der Linken-Fraktion beantragten Debatte in der Landtagssitzung am 14. Juni waren Berichte, dass die letzten drei Beleghebammen in Bremen im Juli ihre Tätigkeit einstellen. Das schränkt die Wahlfreiheit von werdenden Müttern ein, denn so fehlt ihnen die Möglichkeit, auch mit der Hebamme, die sie vor der Geburt betreut hat, in der Klinik zu entbinden. Dies betrifft rund 120 Geburten im Jahr.

Die Hauptgründe für diese Entwicklung sind klar: Zum einen ist es die zu niedrige Vergütung der Arbeit und zum anderen die exorbitant steigenden Haftpflichtversicherungsbeiträge von über 7.400 Euro pro Jahr. Zudem ist es den Hebammen nicht zuzumuten, dass ein Zuschuss, den die Krankenkassen zur Finanzierung der Haftpflichtversicherung leisten, erst nach dem Zahlungseingang einer abgerechneten Geburt erfolgt. Dies kann bis zu einem halben Jahr dauern.

Hier müssen wir ansetzen und auf Bundesebene mit der Einführung eines Haftpflichtversicherungsfonds und einer angemessenen Vergütung entgegen wirken. Zusätzlich muss eine 1:1-Betreuung (eine Gebärende, eine Hebamme) angestrebt werden. Und schließlich könnten die Betriebskosten für Hebammenpraxen künftig von Krankenkassen getragen werden. So fordert dies auch der Deutsche Hebammenverband seit Jahren. Außerdem brauchen wir ausreichend Kreißsäle in den Krankenhäusern und von Hebammen geleitete Praxen. Maßstab muss eine qualitativ hochwertige Versorgung für alle Mütter sein.

Artikel

Neubau am Klinikum Bremen-Mitte zügig fertigstellen

Wie steht es um den Neubau am Klinikum Bremen-Mitte? Das war Thema einer Aktuellen Stunde am 9. Mai in der Bremischen Bürgerschaft. Der Neubau wird in erster Linie Vorteile für Patientinnen und Patienten sowie für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses bringen. Deshalb ist es so wichtig, dass der Neubau jetzt so schnell wie möglich fertiggestellt wird.

Die CDU stellt Situation am Klinikum Bremen-Mitte schlechter dar, als sie in Wirklichkeit ist. Ich bin selbst erst kürzlich auf der Baustelle gewesen und habe einen gänzlich anderen Eindruck gewonnen. Von „Chaos“, wie von der CDU behauptet, war dort keine Spur zu entdecken. Wir haben es hier mit einem hochkomplexen Projekt zu tun. Der Neubau ist kein schlichtes Gebäude, in das man mal eben ein paar medizinische Geräte stellt.

Besonders das Projektmanagement hat gut gearbeitet. Die Menschen, die dort arbeiten, sind Profis. Wenn Chaos aufgrund der diversen Schadensereignisse hätte entstehen können, dann wurde dies abgewendet. Die Folgen aus den jeweiligen Schadensereignissen sind bearbeitet worden. Die wirtschaftlichen Folgen für die Gesundheit Nord gGmbH (GeNo) sind reduziert worden.

Wenn wir von Schadensereignissen sprechen, dann haben wir da den Starkregen im Sommer 2016, nach dem Trockenbauwände, Estrich und Leitungen erneuert werden mussten, gefolgt von schadhaften Lüftungskanälen, der Insolvenz der Firma Imtech und die Probleme mit den Rohrverbindungen; all diese Ereignisse verlängern natürlich die Bauzeit. Aber sie sind mit Sicherheit nicht Folge eines politischen Versagens.

Insgesamt befindet sich das Krankenhaus auf einem guten Weg. Schon vor der Fertigstellung des Neubaus hat die GeNo ihre Wirtschaftlichkeit steigern können, etwa durch Verbesserungen im OP-Management oder durch verbesserte Behandlungsabläufe. Wenn der Neubau in Betrieb genommen wurde, wird es weitere positive Effekte durch kürzere Wege, höhere OP-Kapazitäten und hochmoderne Medizintechnik geben.

Darüber hinaus hat die GeNo ihre finanziellen Verpflichtungen immer erfüllen können. Das ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass die GeNo ihr Betriebsergebnis kontinuierlich steigern konnte. Dennoch ist es absehbar, dass es der GeNo trotz der guten Ergebnisse nicht möglich sein wird, die Investitionen in das Klinikum Bremen-Mitte selbst wieder zu erwirtschaften. Deshalb muss der Senat im Rahmen der mittelfristigen Finanzplanung prüfen, wie man die GeNo entlasten kann.

Artikel

Psychiatrische Versorgung schnell verbessern

Schnelle Veränderungen in der Psychiatrie im Klinikum Bremen-Ost und weitere schnelle Schritte hin zur Umsetzung der beschlossenen Psychiatriereform unter Einbeziehung aller betroffenen Einrichtungen – das habe ich in einer Aktuellen Stunde in der Bürgerschaft gefordert.

Dass die Diskussion nach dem Bekanntwerden von Problemen im Klinikum Bremen-Ost in den vergangenen Wochen teils emotional geführt worden ist, ist sehr nachvollziehbar. Hier handelt es sich um ein Thema, dass uns alle betreffen könnte – dennoch müssen wir aufpassen, dass wir nicht in Schwarz-Weiß-Malerei verfallen, sondern die Probleme differenziert betrachten und diskutieren.

In den vergangenen Wochen gab es Berichte von Patientenfürsprecherinnen und Patientenfürsprechern. Danach sind Psychiatriepatientinnen und -patienten in dem Haus des kommunalen Klinikverbunds Gesundheit Nord (GeNo) mit Medikamenten ruhiggestellt oder über einen längeren Zeitraum im Bett fixiert worden oder es sei Zwang auf sie ausgeübt worden. Das ist eine Situation, die wir nicht hinnehmen können und nicht hinnehmen wollen. Es ist völlig klar, dass sich hier etwas ändern muss. Es ist daher begrüßenswert, dass die GeNo nun einen Aktionsplan vorgelegt hat, der schnell zu Verbesserungen führen soll. Und es ist richtig, dass die Gesundheitsbehörde engmaschigere Kontrollen angekündigt hat.

Bremen will aber auch ganz generell die psychiatrische Versorgung reformieren. Nicht nur das Klinikum Bremen-Ost, sondern alle Einrichtungen mit einem solchen Angebot müssen sich gemeinsam auf den Weg machen, wenn man zu einer ambulanteren, regionaleren Versorgung der Patientinnen und Patienten kommen will. Erste Schritte wurden hier unternommen – doch wir sollten versuchen, hier so schnell wie möglich weiterzukommen und als Parlament den Prozess geschlossen und konstruktiv begleiten.

Artikel

SPD-Jahresauftakt mit Carsten Sieling: Flucht und Integration im Fokus

Am 15. Januar fand der Jahresauftakt der Bremer SPD statt. Mit dabei war auch Bürgermeister Carsten Sieling. Er hielt eine engagierte Rede für Integration und gegen Populismus: „Ich sage nicht: Wir schaffen das. Sondern: In ‪‎Bremen machen wir das.“ Der SPD-Landesvorsitzende Dieter Reinken betonte, dass Deutschland anders als früher nicht mehr ein Land der Angst sei, sondern ein Land der Hoffnung. Beide Reden haben mir sehr aus dem Herzen gesprochen. Das Thema Flucht und Integration ist eines, das mich besonders beschäftigt.

Übrigens: Ärztinnen und Ärzte, die zum Beispiel aus Syrien oder Afghanistan geflohen sind, können nun in Bremer Krankenhäusern hospitieren. So lernen sie die deutsche Sprache und den Alltag in den Kliniken kennen. Ein entsprechender Brief über die Regelungen von Arbeitssenator Martin Günthner liegt der Bremer Ärztekammer seit Kurzem vor.

Artikel

Gespräch mit Betriebsrat im Klinikum Bremen-Nord

Kaum startete das neue Jahr 2016, habe ich gemeinsam mit meinem Fraktionskollegen Dieter Reinken (Mitte) ein gutes Gespräch mit dem Betriebsrat des Klinikums Bremen-Nord geführt. Wilfried Sulimma (rechts im Bild) und eine Kollegin haben sehr anschaulich aus dem Alltag im Krankenhaus und von den aktuellen Entwicklungen berichtet. Die Medizinstrategie der Gesundheit Nord scheint für das kommunale Krankenhaus eine gute Arbeitsgrundlage zu sein. Ich freue mich auf weitere Gespräche.

Artikel

Kommunalen Klinikverbund zukunftsfest machen – hochwertige medizinische Versorgung sicherstellen

Alle Krankenhäuser in Deutschland stehen vor großen finanziellen Herausforderungen. Der medizinische Fortschritt führt auf der einen Seite zu höheren Kosten, die auf der anderen Seite jedoch nicht durch in gleichem Maße steigende Erlöse aufgefangen werden. Die Bürgerschaft hat gestern einen Antrag beschlossen, der Maßnahmen benennt, mit denen der kommunale Klinikverbund Gesundheit Nord (GeNo) auch angesichts dieser Herausforderungen fit für die Zukunft gemacht werden kann.

„Den kommunalen Klinikverbund zukunftsfest machen!“ heißt der Antrag, den SPD und Bündnis 90/Die Grünen in das Parlament eingebracht haben. Darin fordern wir ein plausibles medizinstrategisches Konzept ebenso wie eine darauf fußende Investitionsplanung, die – soweit es öffentliche Mittel betrifft – in die Haushalte sowie die mittelfristige Finanzplanung aufgenommen wird. Der Senat soll zudem ein Konzept erstellen, wie mit den bilanziellen Risiken der GeNo – wie etwa den Pensionslasten und dem Neubau am Klinikum Bremen-Mitte – umgegangen werden soll.

Ich habe in meiner Rede zunächst die Bedeutung der GeNo hervorgehoben. Dass 60 Prozent der Krankenhauspatienten in Bremen in einem der vier Häuser behandelt werden, zeigt, wie wichtig der Verbund für die Stadt ist. Es herrscht Konsens darüber, dass wir alle vier Standorte erhalten wollen. Das heißt aber nicht, dass alle Fachrichtungen überall angeboten werden können.

Dass in der vergangenen Woche das geforderte Medizin-Konzept bereits vorgelegt worden ist, ist ein guter und wichtiger erster Schritt und eine wichtige Säule für die zukünftige Entwicklung. Uns ist wichtig, dass die Strategie plausibel und gut begründet ist, deswegen werden wir sie nun genau prüfen. Alle Planungen und Investitionen müssen sich am Gesamtinteresse des Verbundes ausrichten. Dahinter müssen auch die Interessen einzelner Standorte zurückstehen. Dass es dabei zu Profilbildungen und Schwerpunktsetzungen an einzelnen Standorten kommt, ist nicht nur unerlässlich, auch die einzelnen Krankenhäuser können davon profitieren.

Artikel

Klares Bekenntnis zur Existenz kommunaler Kliniken

Für die Bremer SPD ist die Existenz kommunaler Kliniken unverzichtbarer Bestandteil einer öffentlichen Daseinsvorsorge. Deshalb hat der SPD-Landesvorstand einen Beschluss gefasst, an dessen Formulierungen ich mitgearbeitet habe. Der kommunale Klinikverbund Gesundheit Nord gGmbH (GeNo) ist mit seinen Leistungsangeboten an den vier Standorten Bremen-Mitte, Bremen-Nord, Bremen-Ost und Links der Weser zur Sicherstellung der gesundheitlichen und medizinischen Versorgung der Bevölkerung der Stadtgemeinde Bremens und der Metropolregion Nordwest unverzichtbar.

Jetzt ist es wichtig, dass die Geschäftsführung der GeNo ein schlüssiges Medizinkonzept vorlegt. Nicht alle medizinischen Leistungen müssen an mehreren Standorten vorgehalten werden. Für Patientinnen und Patienten ist es gerade bei planbaren Eingriffen wichtig, dass die Qualität stimmt. Sie informieren sich vor dem Eingriff, welche Klinik ihnen das beste medizinische Angebot bietet. Auch um die vier Standorte zu erhalten, ist eine Konzentration von Leistungsangeboten und eine am Gesamtinteresse des kommunalen Verbundes ausgerichtete Steuerung der nötigen Investitionen unabdingbar.