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Psychiatrische Versorgung schnell verbessern

Schnelle Veränderungen in der Psychiatrie im Klinikum Bremen-Ost und weitere schnelle Schritte hin zur Umsetzung der beschlossenen Psychiatriereform unter Einbeziehung aller betroffenen Einrichtungen – das habe ich in einer Aktuellen Stunde in der Bürgerschaft gefordert.

Dass die Diskussion nach dem Bekanntwerden von Problemen im Klinikum Bremen-Ost in den vergangenen Wochen teils emotional geführt worden ist, ist sehr nachvollziehbar. Hier handelt es sich um ein Thema, dass uns alle betreffen könnte – dennoch müssen wir aufpassen, dass wir nicht in Schwarz-Weiß-Malerei verfallen, sondern die Probleme differenziert betrachten und diskutieren.

In den vergangenen Wochen gab es Berichte von Patientenfürsprecherinnen und Patientenfürsprechern. Danach sind Psychiatriepatientinnen und -patienten in dem Haus des kommunalen Klinikverbunds Gesundheit Nord (GeNo) mit Medikamenten ruhiggestellt oder über einen längeren Zeitraum im Bett fixiert worden oder es sei Zwang auf sie ausgeübt worden. Das ist eine Situation, die wir nicht hinnehmen können und nicht hinnehmen wollen. Es ist völlig klar, dass sich hier etwas ändern muss. Es ist daher begrüßenswert, dass die GeNo nun einen Aktionsplan vorgelegt hat, der schnell zu Verbesserungen führen soll. Und es ist richtig, dass die Gesundheitsbehörde engmaschigere Kontrollen angekündigt hat.

Bremen will aber auch ganz generell die psychiatrische Versorgung reformieren. Nicht nur das Klinikum Bremen-Ost, sondern alle Einrichtungen mit einem solchen Angebot müssen sich gemeinsam auf den Weg machen, wenn man zu einer ambulanteren, regionaleren Versorgung der Patientinnen und Patienten kommen will. Erste Schritte wurden hier unternommen – doch wir sollten versuchen, hier so schnell wie möglich weiterzukommen und als Parlament den Prozess geschlossen und konstruktiv begleiten.

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Die Bremer Psychiatrie bewegt sich

Ende April kamen im Schifffahrtsmuseum Bremerhaven rund 90 Fachleute zusammen, um über die Weiterentwicklung der Psychiatrie zu sprechen. Mittlerweile ist die zweithäufigste Ursache für Fehltage in der Arbeitswelt eine psychische Erkrankung. Wichtig ist, dass psychisch erkrankte Menschen soweit wie möglich ambulant behandelt werden können und nicht unbedingt in eine Klinik müssen. In Bremerhaven gibt es deshalb ein Modellprojekt “Mobile Psychiatrie”. Besonders beeindruckt haben mich die Schilderungen einer Psychiatrieerfahrenen, die heute als Genesungsbegleiterin arbeitet. Sie gibt erkrankten Menschen Kraft und kann Patientinnen und Patienten durch ihre eigenen Erfahrungen weiterhelfen. Eine gelungene Veranstaltung, zu der Gesundheitssenatorin Eva Quante-Brandt eingeladen hatte. Der nächste Termin ist für August vorgesehen.

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Besuchskommission Bremen in Sachen Psychiatrie im Einsatz

Das Land Bremen hat eine Besuchskommission. Die Deputation für Gesundheit und Verbraucherschutz hat mehrere Mitglieder gewählt und ich wurde für die SPD in die Kommission entsandt. Die Besuchskommission besteht aus Mitgliedern mit unterschiedlichen Professionen: Ärzte, Politikerinnen, Psychiatrieerfahrene, Pflegekräfte und andere. Die Kommission geht in psychiatrische Krankenhäuser, Abteilungen und Wohngruppen. Dort nimmt sie Beschwerden der Patientinnen und Patienten entgegen, spricht mit ihnen, guckt sich die Unterbringung an usw. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, die mir zudem einen Einblick in die Psychiatrie gewährt – zum Wohle der Patientinnen und Patienten.